Kühe liefern Milch und Fleisch, Schafe produzieren Wolle, auf Pferden kann man reiten, aus Bäumen macht man Möbel oder Brennholz, Bäche liefern Wasser. So weit reicht das Wissen unserer Jugendlichen. Dass "Nutztiere" einfühlsame und intelligente Wesen sind, die weit mehr können, als Nahrung zu produzieren ist nicht bekannt. Auch dass ein Wald ein wunderbarer Spielplatz für Groß und Klein sein kann, gerät immer mehr in Vergessenheit.

Jugendliche verbringen ihren Alltag immer mehr in der virtuellen Welt. Uns ist es ein Anliegen, sie wieder zurück zur Natur zu führen und ihnen die zahlreichen Möglichkeiten, die ihnen ihre Umwelt bietet, aufzuzeigen. Das Jugendhaus K9 befindet sich zwar in einer eher ländlichen Gegend, dennoch nutzen unsere BesucherInnen die Ressourcen der Natur nur noch sehr selten. Auch der Umgang mit Tieren beschränkt sich meist nur noch auf die gängigsten Haustiere wie Hunde und Katzen.

Das Projekt Raus mit Tier war insgesamt sehr erfolgreich. Es hat sowohl den JugendhausbesucherInnen und Jugendlichen aus Frastanz als auch MitarbeiterInnen der Offenen Jugendarbeit Frastanz  eine große Vielfalt an Möglichkeiten aufgezeigt, sich mit und in der Natur und deren Lebewesen zu beschäftigen. Besonders wichtig und eindrücklich war die Erkenntnis, dass es mit einfachen Mitteln und ohne jegliche Unterstützung/Nutzung digitaler Medien oder Technik möglich ist, schöne Erlebnisse und bedeutungsvolle Erkenntnisse zu erfahren.

Den Jugendlichen wurde eine Vielzahl an Beschäftigungsalternativen zur virtuellen Welt aufgezeigt. Tiere und Natur wurden aus einer anderen, neuen Perspektive präsentiert und erfahren.Bei einem Großteil der Aktionen ging es um Teamwork, sei dies mit einer anderen Person oder mit tierischen PartnerInnen. Dadurch wurde die Zusammenarbeit der Jugendlichen untereinander und auch mit den MitarbeiterInnen des Jugendhauses verstärkt.
Vor allem bei den Outdoor-Aktionen konnten die Jugendlichen an ihre Grenzen gehen und sich körperlich verausgaben. Vor allem beim 5 Meter hohen Sprung von einer Klippe beim Canyoning oder beim Klettern in schwindelerregenden Höhen war mentale Stärke gefordert und wurde durch diese Grenzerfahrungen gefördert. Die Tiere in den Tiergestützten Interventions-Einheiten verlangten den Jugendlichen viel Durchhaltevermögen und Ruhe ab, vor allem wenn anspruchsvolle Übungen zu meistern waren.