Im Jugendhaus K9 treffen derzeit Jugendliche mit sich stark unterscheidenden Interessen, Motivationen, sozialen Hintergründen, Kulturkreisen, Religionszugehörigkeiten, Perspektiven und Meinungen aufeinander. Die Gruppe der täglichen Jugendhausbesucher*innen ist heterogen und gerät aufgrund unterschiedlicher Weltanschauungen immer wieder in Konflikte.
Das Projekt „Identitätskrise – Wenn das Selbstbild mit dem Fremdbild nicht übereinstimmt“ verfolgt das übergeordnete Ziel, Jugendlichen mehr Akzeptanz und Toleranz für andere Kulturen und Religionen zu vermitteln. Im Mittelpunkt steht die Identitätsfindung junger Menschen aller Kulturen. Das Projekt orientiert sich an den 5 Säulen der Identität nach Hilarion Petzold. Besonders berücksichtigt werden dabei folgende Säulen: soziale Beziehungen, Perspektiven und Ideale/Werte. Hierfür setzen sich die teilnehmenden Jugendlichen mit ihren eigenen Wertevorstellungen und deren Herkunft auseinander und versuchen gleichzeitig, fremde Kulturen und Religionen kennen zu lernen.

Verwirklicht werden soll dies durch einen gemeinsamen Filmabend mit anschließender Diskussion, einem Wissensvermittlungs-Workshop und einer Jugendreise nach Berlin, welche das Leben in einer Diktatur, Kriegsverbrechen sowie das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen thematisiert und für die Jugendlichen erfahrbar macht.
Integration bedeutet in diesem Zusammenhang keineswegs eine Vereinheitlichung von Wertvorstellungen oder Einschränkungen der kulturellen Vielfalt – es geht vielmehr um den Erwerb sozialer und kultureller Fähigkeiten, die eine Teilhabe am Gemeinwesen erlauben und die Akzeptanz jener Werte, die für ein friedliches Zusammenleben in einer Gesellschaft unerlässlich sind. Integration ist also ein Prozess, der durch Kommunikation, Diskussion und Austausch vorangebracht und womöglich irgendwann eine Inklusion als Ziel haben kann.

Im Projekt „Identitätskrise – Wenn das Selbstbild mit dem Fremdbild nicht übereinstimmt“ soll das Potential, das Jugendliche einen Standpunkt haben und diesen vertreten möchten, genützt werden. Durch die gemeinsame Reise und die intensive, persönliche Auseinandersetzung mit Kriegsverbrechen, das Leben in einer Diktatur und die Unterdrückung von Minderheiten sollen die Teilnehmenden dazu angeregt werden, eigene Vorstellungen und Meinungen zu überdenken und die Aussagen anderer kritisch zu reflektieren. Das Zerstörerische, das mit derartigen Gedanken entstehen kann, soll für die Jugendlichen greif- und verstehbar gemacht werden.

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